Vom Ursprung der Krone

Im Altertum und im Mittelalter vereinigte sich die zivile und militärische Macht wie selbstverständlich in ein und derselben Person: dem Herrscher. Von seiner Macht ging alle Gewalt aus. In welcher Funktion, zeigte die Bekleidung.

Die Heraushebung einer führenden Persönlichkeit über die Geführten war notwendig, um sie deutlich zu erkennen. Das gilt vom Verkehrspolizisten auf seinem Sockel, dem Richter auf seinem Podest bis zum König auf seinem Thron.

Ganz besonders aber für in Bewegung befindliche Personen, deren Kennzeichnung nur durch Markierung ihres Kopfputzes möglich war. Wie zum Beispiel bei der roten Mütze des Bundesbahn-Beamten, der im Gewühl des Bahnsteiges von jedermann erkannt werden muß.

Wieviel mehr gilt das für einen Führer in der Schlacht…!

Die Doppelkrone auf dem Kopf Ramses II. (Katalog-Abb. 23, S.47) in der Schlacht bei Kadesch (1288 v.Chr.) spielte in der Signalwirkung die gleiche Rolle wie der weiße Generalbusch am Helm des preußischen Reiterführers Seydlitz 1757 in der Schlacht bei Roßbach. So wie der Adlerfederschmuck des indianischen Häuptlings Sitting Bull in der Schlacht am Little Big Horn vom 26.6.1876 (Katalog-Ab. 132, S. 231) oder wie der Hörnerschmuck am Kopfe eines Kaffernhäuptlings (Katalog-Ab. 11, S. 27) bei einer Auseinandersetzung mit den Burentrecks in Südafrika.

Ob bei Inkas oder Majas, bei Azteken oder Indianern, bei Ägyptern oder Sumerern, bei Griechen, Römern oder Germanen - das Zeichen der Führerschaft wurde am Kopf getragen. Die Identität von Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber eines Heeres in der Vergangenheit machte begreiflich, warum die Ursprünge dessen, was wir heute unter einer Krone verstehen, teils im kriegerischen, teils im staatszeremoniellen Bereich gesucht werden müssen

Die Geschichte der Kronen und Herrschaftszeichen soll Einblicke in diese Voraussetzungen und in die daraus entstehenden Entwicklungen ermöglichen.

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